TL;DR
- Texte mit KI schreiben bedeutet nicht, dass CopywriterInnen überflüssig werden, sondern dass sich ihre Aufgabe verschiebt.
- Ersetzt KI CopywriterInnen komplett? Nein: Ohne menschliche Einordnung bleiben KI-Texte oft austauschbar und generisch.
- Ein Workflow aus Briefing, KI-Entwurf, Fakten-Check und Überarbeitung entscheidet über die Qualität, nicht das Tool allein.
Texte mit KI zu schreiben ist längst Alltag im Online-Marketing. Genau das verändert die Ausgangslage: Wenn jeder in Sekunden Content produzieren kann, entscheidet nicht mehr die Geschwindigkeit über gute Inhalte, sondern das, was danach passiert.
Was bedeutet eigentlich "Texte mit KI schreiben"?
Texte mit KI zu schreiben bedeutet, ein Sprachmodell wie ChatGPT, Gemini oder Claude einen ersten Textentwurf erstellen zu lassen, den ein Mensch anschließend prüft, anpasst und in die eigene Markensprache überträgt. Dafür hat sich auch der Begriff KI-Copywriting etabliert.
Der Unterschied zu klassischem Copywriting liegt vor allem im Ausgangspunkt: Statt mit einem leeren Dokument zu starten, arbeitet die Person mit einem bereits vorhandenen KI-Entwurf weiter. Die eigentliche Textarbeit verschiebt sich damit von der reinen Formulierung hin zu Überarbeitung, Fakten-Check und Feinschliff.
Texte mit KI schreiben: Der ganztags.-Workflow
Bei ganztags. läuft das KI-Copywriting primär über Claude, du kannst aber selbstverständlich auch ein anderes Modell nutzen. Dieser Workflow funktioniert für uns im Alltag zuverlässig, deshalb möchten wir ihn mit dir teilen.
1. Keywords und Content-Format prüfen
Am Anfang steht der Blick ins Briefing. Prüfe die Fokus- und Sekundär-Keywords (bei uns werden diese vom SEO-Team bestimmt). Wir nutzen zudem für jeden Kunden ein Content Workflow Sheet. Dort steht unter anderem auch, welches Content-Format gefragt ist, Blogpost oder Kategorietext zum Beispiel.
2. SERPs analysieren lassen
Die SERPs manuell durchzuklicken, kostet viel Zeit und Nerven. Lass Claude über einen Connector die aktuellen Suchergebnisse für das jeweilige Fokus-Keyword direkt aus einem SEO-Tool ziehen. So bekommst du einen Überblick über die Benchmarks, Content-Gaps, die dahinterliegende Suchintention sowie People-Also-Ask- und potenzielle FAQ-Fragen.
3. Outline vorschlagen lassen
Bitte Claude, auf Basis dieser Konkurrenzanalyse eine erste Content-Outline vorzuschlagen. Schärfe sie danach gemeinsam mit dem Modell nach, bevor überhaupt der erste Satz des eigentlichen Texts entsteht.
4. Entwurf im passenden Tone of Voice erstellen
Hinterlege für jeden Kunden den passenden Tone of Voice als eigenen Skill. Lass den ersten KI-Entwurf direkt darauf aufbauen, dann klingt er von Anfang an nach der jeweiligen Marke statt generisch.
Tipp: Es reicht nicht nur, dass dein Content SEO-optimiert ist. Er sollte auch KI-ready sein. Am besten erstellst du einen separaten LLM-Readability Skill, der die Best Practices bei jedem Content-Auftrag berücksichtigt.
5. Gezielt nachschärfen
Wirkt ein Kapitel zu kurz oder zu unspezifisch, bitte das Modell um mehr Tiefe oder alternative Vorschläge. Beschreibe dabei so genau wie möglich, was konkret fehlt, vage Anweisungen bringen nur vage Ergänzungen zurück.
6. Manuell überarbeiten
Prüfe zum Schluss jeden Text von Hand: den Lesefluss, interne Verlinkungen, Fakten und Quellen, Headlines und CTAs. Erst nach diesem Schritt gilt ein Text bei uns als fertig und wird an KundInnen übergeben.
Noch ein Tipp aus der Praxis: Formuliere den hinterlegten Skill so spezifisch wie möglich, er entscheidet stärker über die Qualität des Outputs als das Modell selbst.
Ersetzt KI CopywriterInnen?
KI ersetzt CopywriterInnen nicht, sie verschiebt nur, welcher Teil ihrer Arbeit zählt. Generische Texte fallen heute schneller auf, weil KI genau solche Texte mühelos am laufenden Band produziert.
Ein Text, der bloß zum Keyword passte, reichte früher oft fürs Ranking. Diese Rechnung geht heute nicht mehr auf, austauschbare Inhalte landen zuverlässig weit hinten in den Suchergebnissen.
Wichtiger wird deshalb, was KI bislang nicht von allein liefert: eine wiedererkennbare Markenstimme und eine Content-Marketing-Strategie, die auch im KI-Zeitalter trägt.
Worin unterscheidet sich SEO-Copywriting vom KI-Copywriting?
SEO- und KI-Copywriting beschreiben zwei unterschiedliche Dinge, die sich aber gut kombinieren lassen. SEO-Copywriting zielt auf Sichtbarkeit in Suchmaschinen ab, KI-Copywriting beschreibt lediglich die Methode, mit der ein Text entsteht.
| SEO-Copywriting | KI-Copywriting | |
|---|---|---|
| Ziel | Bessere Rankings und mehr organischer Traffic | Schnellere Texterstellung |
| Ausgangspunkt | Keyword-Recherche und Suchintention | Ein Prompt an ein Sprachmodell |
| Kernaufgabe | Struktur, interne Verlinkung, Tone of Voice | Entwurf generieren, den ein Mensch überarbeitet |
| Risiko bei Vernachlässigung | Schlechte Rankings trotz gutem Text | Generischer Text trotz gutem Ranking-Potenzial |
In der Praxis schließen sich beide nicht aus: KI-Copywriting ist einer von mehreren Wegen, einen SEO-optimierten Text zu erstellen, kein Ersatz für die Strategie dahinter. Wer nur auf KI-Copywriting setzt, ohne die SEO-Grundlagen zu berücksichtigen, bekommt schnell einen Text, der weder rankt noch überzeugt.
Fazit: KI-Copywriting funktioniert nur mit menschlichem Feinschliff
Ein KI-Modell liefert in Sekunden einen Text, das kann heute jede und jeder. Ob dabei etwas Lesenswertes herauskommt, entscheidet sich erst im nächsten Schritt: beim genauen Prüfen, beim Anpassen an die eigene Stimme, beim letzten Feinschliff.
Genau dort trennt sich brauchbares KI-Content-Marketing von reiner Textproduktion am Fließband.
Willst du, dass deine Texte trotz KI-Unterstützung nach dir klingen statt nach jedem anderen? Melde dich unverbindlich über unsere Website oder schreib uns auf LinkedIn.
Texte mit KI schreiben: Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welches Tool eignet sich am besten fürs KI-Copywriting?
Für KI-Copywriting eignen sich mehrere Modelle, etwa Claude, ChatGPT oder Gemini. Der Workflow dahinter bleibt in der Regel derselbe, unabhängig davon, für welches Tool du dich entscheidest.
Muss ich KI-generierte Texte als solche kennzeichnen?
Seit dem 2. August 2026 verlangt Art. 50 der EU-KI-Verordnung grundsätzlich, KI-generierte Inhalte kenntlich zu machen. Die Pflicht entfällt jedoch, wenn ein Mensch den Text geprüft hat und die redaktionelle Verantwortung dafür übernimmt.
Wie erkenne ich, ob Texte mit KI geschrieben wurden?
Ob jemand Texte mit KI geschrieben hat, erkennst du oft an gleichförmigem Satzbau, gehäuften Floskeln und einer auffälligen Fülle an Aufzählungen ohne echten roten Faden. Ein zuverlässiges Erkennungsmerkmal gibt es aber nicht, gute Nachbearbeitung macht KI-Texte von menschlich geschriebenen praktisch nicht mehr unterscheidbar.
Eignet sich jedes Textformat, um Texte mit KI zu schreiben?
Nicht jedes Textformat eignet sich gleich gut, um Texte mit KI zu schreiben. Strukturierte Formate wie Produktbeschreibungen, FAQ oder erste Blogpost-Entwürfe funktionieren sehr gut. Bei stark meinungsgetriebenen Formaten wie Kolumnen oder persönlichen Essays bleibt der menschliche Anteil deutlich größer.
Wie lang sollte ein Prompt fürs KI-Copywriting sein?
Ein Prompt fürs KI-Copywriting sollte lieber etwas länger als zu kurz sein. Er funktioniert am zuverlässigsten mit klarem Kontext, Zielgruppe, Tonalität und konkreten Beispielen, auch wenn das mehrere Sätze braucht.
Verändert KI-Content-Marketing, wie oft ich neuen Content veröffentlichen sollte?
KI-Content-Marketing verändert nicht zwangsläufig, wie oft du veröffentlichen solltest. Es beschleunigt vor allem die Erstellung, die sinnvolle Veröffentlichungsfrequenz hängt weiterhin von Zielgruppe, Kapazitäten für die Nachbearbeitung und eurem Redaktionsplan ab.
Welche Aufgaben übernimmt KI beim SEO-Copywriting am zuverlässigsten?
Beim SEO-Copywriting übernimmt KI am zuverlässigsten Recherche, erste Gliederungen und Rohentwürfe. Keyword-Feinschliff, interne Verlinkung und die endgültige Tonalität bleiben Aufgaben, die ein Mensch übernehmen sollte.
Was passiert, wenn ich Texte mit KI schreiben lasse, ohne sie zu überarbeiten?
Wenn du Texte mit KI schreiben lässt, ohne sie zu überarbeiten, bleiben oft generische Formulierungen, unpassende Beispiele oder sogar falsche Fakten unentdeckt. Das Ranking- und Vertrauensrisiko steigt entsprechend.
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