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Barrierefreiheit von Websites (kostenlose Checkliste)

Barrierefreiheit ist für viele deutsche Unternehmen gesetzliche Pflicht. Mit unserer kostenlosen Checkliste behältst du die wichtigsten Anforderungen an deine Website im Blick.

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Banner Barrierefreiheit von Websites (kostenlose Checkliste)

TL;DR

  • Eine barrierefreie Website erschließt dir zusätzliche Zielgruppen, verbessert die Nutzererfahrung für alle und wirkt sich positiv auf Markenimage aus.
  • Mit einer Barrierefreiheits-Checkliste und speziellen Tools kannst du den aktuellen Stand deiner Website prüfen.
  • Damit dir kein Kriterium durchrutscht, unterstützt dich ganztags. mit einem professionellen Audit für Barrierefreiheit.

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) verlangt, dass digitale Produkte und Dienstleistungen für alle Menschen zugänglich sind, unabhängig von Seh-, Hör- oder motorischen Einschränkungen.

Trotzdem schließen viele Websites diese NutzerInnen bis heute aus, oft unbewusst, etwa durch fehlende Alternativtexte oder schlechte Kontraste.

In diesem Beitrag verraten wir dir, wie du deine Website auf Barrierefreiheit testen kannst und geben dir eine praktische Checkliste mit auf den Weg.

Was ist mit der Barrierefreiheit einer Website gemeint?

Barrierefreiheit im Web bedeutet laut der Web Accessibility Initiative (WAI) des W3C, dass digitale Inhalte für alle Menschen gleichermaßen zugänglich und nutzbar sind. Dazu gehören etwa Personen mit Seh- oder Hörbeeinträchtigungen, motorischen Einschränkungen, kognitiven Beeinträchtigungen oder anderen besonderen Bedürfnissen.

Barrierefreiheit auf deiner Website umfasst zum Beispiel:

  • Kompatibilität mit einem Screenreader für blinde oder sehbehinderte NutzerInnen
  • Einfache Navigation ohne Maus, nur per Tastatur oder Sprachsteuerung
  • Hohe Kontraste und skalierbare Schriftgrößen für bessere Lesbarkeit
  • Untertitel und Alternativtexte für Videos und Bilder
  • Klare, verständliche Sprache ohne unnötige Fachbegriffe

Barrierefreiheit von Websites: Was sagt das Gesetz?

Barrierefreiheit für Websites ist längst mehr als eine Frage der Nutzerfreundlichkeit. Seit dem 28. Juni 2025 ist sie in Deutschland gesetzliche Pflicht.

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) setzt die Vorgaben des European Accessibility Act (Richtlinie (EU) 2019/882) um. Es soll den Zugang zu digitalen Produkten und Dienstleistungen für Menschen mit Behinderungen verbessern und eine einheitliche Barrierefreiheitsnorm in der EU schaffen.

Anforderungen an eine barrierefreie Website

Die Anforderungen an eine barrierefreie Website leiten sich aus vier zentralen Prinzipien ab, die die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2 des W3C festlegen. Sie stellen sicher, dass alle NutzerInnen auf Inhalte zugreifen und diese problemlos nutzen können.

PrinzipBedeutungBeispiele
WahrnehmbarkeitInhalte müssen über mindestens einen Sinneskanal wahrnehmbar seinAlternativtexte für Bilder, Untertitel für Videos, klare Farbkontraste
BedienbarkeitDie Website muss ohne Maus vollständig bedienbar seinTastaturnavigation, genügend Zeit für Interaktionen, keine blinkenden Elemente
VerständlichkeitInhalte und Bedienung müssen klar nachvollziehbar seinEinfache Sprache, konsistente Navigation, verständliche Formulare
RobustheitInhalte müssen mit unterschiedlichen Technologien zuverlässig funktionierenKompatibilität mit Browsern und Hilfsmitteln, standardisiertes HTML, barrierefreie PDFs

Konformitätsstufen der Barrierefreiheit

Die WCAG 2.2 definieren zudem drei Konformitätsstufen, die angeben, wie umfassend eine Website die Anforderungen an Barrierefreiheit erfüllt.

StufeBedeutungRelevant für BFSG
Level AMinimalanforderungen, z. B. Textalternativen für BilderJa
Level AAEmpfohlenes Niveau für gesetzliche Vorgaben, z. B. Kontraste, NavigationshilfenJa
Level AAAMaximale Barrierefreiheit, z. B. einfache Sprache, Unterstützung verschiedener LernstileNein, nur empfohlen

Muss meine Website barrierefrei sein?

Kurz gesagt: Unternehmen, die ihre Produkte und Services digital bereitstellen, müssen sicherstellen, dass ihre Website beziehungsweise App für alle zugänglich ist.

Betroffene Branchen sind etwa:

  • E-Commerce. Online-Shops, Marktplätze, Buchungsplattformen
  • Banken & Finanzdienstleister. Online-Banking-Plattformen, Zahlungsdienste
  • Mobilitätsanbieter. Airlines, Bahn- und Busunternehmen mit digitalen Buchungsservices
  • Medien & Telekommunikation. Streaming-Dienste, Nachrichtenseiten, Messenger- und E-Mail-Dienste
  • Technologie & IT. Hardware-Hersteller (Smartphones, Tablets, Computer), Softwareanbieter

Gibt es Ausnahmen?

Das BFSG sieht bei der Barrierefreiheit von Websites einige Ausnahmen vor:

  • Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitenden und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme sind bei Dienstleistungen von den meisten Anforderungen befreit. Bei eigenen Produkten, etwa selbst hergestellten Geräten, gilt diese Ausnahme laut § 3 Abs. 3 BFSG nicht.
  • Weisen Unternehmen eine unverhältnismäßige wirtschaftliche Belastung nach, können sie von bestimmten Anforderungen befreit werden.
  • B2B-Unternehmen, die ausschließlich an andere Unternehmen verkaufen, müssen die Barrierefreiheit ihrer Website nicht sicherstellen.

Ob verpflichtet oder nicht: Für jedes Business lohnt es sich, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Warum, erfährst du jetzt.

So profitiert dein Unternehmen von einer barrierefreien Website

Eine barrierefreie Website bringt nicht nur für NutzerInnen, sondern auch für dein Unternehmen wesentliche Vorteile mit sich.

  • Erweiterte Zielgruppen. Du erreichst zusätzliche KundInnen, die bisher ausgeschlossen waren, etwa Menschen mit Behinderungen, ältere NutzerInnen oder Personen mit temporären Einschränkungen.
  • Bessere User Experience. Klare Strukturen, einfache Navigation und gut lesbare Inhalte machen deine Website für alle angenehmer. Wer sich schnell zurechtfindet, bleibt länger, konvertiert häufiger und kommt gerne wieder.
  • Indirekter SEO-Vorteil. Viele Barrierefreiheits-Maßnahmen wie Alt-Texte, semantisches HTML oder klare Struktur überschneiden sich mit technischem SEO. Einen offiziellen Google-Rankingfaktor „Barrierefreiheit" gibt es zwar nicht, die Überschneidungen wirken sich aber oft positiv aus.
  • Rechtssicherheit. Das BFSG ist seit 2025 Pflicht. Unternehmen, die frühzeitig handeln, vermeiden Abmahnungen und teure Nachrüstungen.
  • Wettbewerbsvorteil. Viele Unternehmen warten bis zur letzten Minute, bevor sie gesetzliche Anforderungen umsetzen. Wer jetzt handelt, ist der Konkurrenz einen Schritt voraus und kann Barrierefreiheit als echtes Verkaufsargument nutzen.

Und noch ein Plus: Wer auf Inklusion setzt, wird als innovativ, verantwortungsvoll und kundenorientiert wahrgenommen. Das stärkt das Vertrauen in die Marke und macht dich für KundInnen, InvestorInnen und Talente attraktiver.

Website auf Barrierefreiheit prüfen

Ist deine Website in Sachen Barrierefreiheit fit? Mach einen kurzen Check.

1. Ermittle den Status quo

Nutze Tools wie WAVE oder Google Lighthouse, um technische Barrieren zu identifizieren. Teste deine Website außerdem mit einem Screenreader und versuche, sie nur mit der Tastatur zu bedienen.

Tool WAVE zur Prüfung der Barrierefreiheit von Websites

2. Optimiere deine Inhalte

Basierend auf der Analyse solltest du technische, gestalterische und inhaltliche Anpassungen vornehmen. Diese umfassen zum Beispiel:

  • eine saubere HTML-Struktur mit semantischen Tags
  • ARIA-Attribute
  • hohe Kontraste und anpassbare Schriftgrößen
  • gut erkennbare Buttons
  • Alternativtexte für Bilder und Untertitel für Videos
  • klar verständliche Texte

3. Teste deine Website regelmäßig

Barrierefreiheit ist ein Prozess. Analysiere deine Website fortlaufend mit passender Software wie axe DevTools und dem Contrast Checker. Idealerweise holst du dir Feedback direkt von betroffenen NutzerInnen.

Barrierefreiheit von Websites: Kostenlose Checkliste & Template

Wir wissen, dass die Gestaltung einer barrierefreien Website aufwändig ist und viele Ressourcen erfordert. Um dir die Arbeit zu erleichtern, haben wir eine praktische Checkliste und ein Google Sheets Template für dich vorbereitet.

--> Hier geht's zur Checkliste!

--> Hier geht's zum Google Sheets Template! (einfach eine Kopie erstellen und loslegen)

Um sicherzugehen, dass deine Website alle gesetzlichen Anforderungen an Barrierefreiheit erfüllt, testen wir sie in einem professionellen Audit für Barrierefreiheit.

Wenn du darüber hinaus Fragen hast oder direkte Unterstützung bei der Umsetzung brauchst, schreib uns via Kontaktformular oder auf LinkedIn. Wir freuen uns auf dich!

Barrierefreiheit von Websites: Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Muss ich für meine Website eine Barrierefreiheitserklärung veröffentlichen?

Ja, laut BFSG musst du auf deiner Website eine Erklärung zur Barrierefreiheit bereitstellen, die den Stand der Umsetzung sowie einen Kontaktweg für Rückmeldungen nennt. Diese Erklärung gehört mit auf deine Barrierefreiheits-Checkliste, auch wenn deine Website noch nicht vollständig konform ist.

Was passiert, wenn meine Website nicht barrierefrei ist?

Bei Verstößen gegen das BFSG drohen Bußgelder bis 10.000 Euro, in schwereren Fällen bis 100.000 Euro. Seit Januar 2026 befindet sich die Marktüberwachungsstelle der Länder (MLBF) mit Sitz in Magdeburg in der aktiven Kontrollphase und prüft vor allem reaktiv, also anlassbezogen auf Beschwerden, ergänzt um risikobasierte Stichproben bei Seiten mit hoher Reichweite oder wiederholten Mängeln.

Was ist der Unterschied zwischen Barrierefreiheit und Usability?

Usability zielt auf eine gute Bedienbarkeit für die durchschnittliche NutzerIn ab, Barrierefreiheit stellt sicher, dass auch Menschen mit Seh-, Hör-, motorischen oder kognitiven Einschränkungen deine Website vollständig nutzen können. In der Praxis überschneiden sich beide stark, eine barrierefreie Website ist fast immer auch die nutzerfreundlichere.

Welche Arten von Beeinträchtigungen deckt digitale Barrierefreiheit ab?

Digitale Barrierefreiheit deckt visuelle, auditive, motorische und kognitive Beeinträchtigungen ab, zum Beispiel Blindheit, Hörverlust, eingeschränkte Feinmotorik oder Lese- und Verständnisschwierigkeiten.

Was sind die 4 Säulen der Barrierefreiheit?

Die 4 Säulen der Barrierefreiheit sind Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Robustheit, festgelegt in den WCAG 2.2. Sie bilden zusammen die Grundlage jeder Barrierefreiheits-Checkliste.

Wie gestalte ich eine Website barrierefrei?

Von Alt-Texten über Formular-Labels bis hin zu konsistenter Navigation: Barrierefreiheit umfasst viele Anforderungen, die man im Alltag leicht übersieht. Genau deshalb lohnt sich ein zweiter Blick von außen: Nimm Kontakt mit uns auf, und wir testen, ob deine Website auf der sicheren Seite ist.

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